Gamlitzer Deklaration zur Inklusion

"Wenn die Stürme der Veränderung toben, dann bauen die einen Mauern, die anderen bauen Windmühlen.“ (Sprichwort)

Die Delegierten der Heilpädagogischen Gesellschaft Österreich setzten sich am 24./25. April 2015 in Gamlitz/Steiermark in einer Klausur intensiv mit dem Thema Inklusion auseinander und formulierten die folgende Deklaration:

    1. Wir betrachten die Förderung einer inklusiven Haltung als wesentlich für unser Wirken. Im Einsatz für alle Menschen - im Besonderen für Kinder und Jugendliche - ist das Gelingen von Inklusion Ziel unseres Handelns. Wir werden uns in allen Bereichen des öffentlichen Lebens einbringen, das WIE der Inklusion mitzugestalten.

    2. Wir setzen uns mit unseren Vereinsmedien, durch Stellungnahmen und weitere geeignete Mittel für eine humanistische, ganzheitliche und professionelle Umsetzung der Inklusion ein. Inklusion erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

    3. Wir fördern Beispiele gelungener Inklusion (Best Practice) und machen sie bekannt. Dies bezieht sich auf unsere Veröffentlichungen, unsere Fortbildungsangebote (Heilpädagogischer Kongress und Veranstaltungen in den Bundesländern), auf Projektförderungen, Vernetzungsarbeit, Vergabe von Preisen.

    4. Wir fordern geeignete Rahmenbedingungen (gesetzliche Regelungen, Zu- und Verteilung von Ressourcen, qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildungen aller Beteiligten, Gestaltung des Umfeldes, …) und verwehren uns gegen Tendenzen, Inklusion zu sagen und Einsparungen zu meinen.

    5. Wir setzen uns dafür ein, dass ALLE Schulen die Chance bekommen, sich zu öffnen und zu inklusiven Schulen zu entwickeln.

    6. Wir werden im Rahmen unserer Kongresse alle 2 Jahre einen Evaluationsbericht zu unserem Einsatz für eine gelingende Inklusion vorstellen und diesen öffentlich diskutieren.


Die Delegierten der Heilpädagogischen Gesellschaft Österreich.

Gamlitz, 25.04.2015